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19.08.2017

Moment mal...


Alle drei Monate verfasst unser Gemeindemitglied Uwe Bachmann sein "Moment mal...", das eine feste Rubrik im Gemeindebrief ist.

Wegweisung
Navigationssystem
„Sie sind an ihrem Ziel auf der rechten Seite angekommen“, behauptet mein Navigationssystem, aber ich blicke erstaunt nach rechts und sehe nichts. Eine riesige freie Fläche liegt vor mir. Ich bin wohl nicht der erste Mensch, der von seinem „Navi“ in die Irre geführt wurde. Es sind die Tücken der Technik, die uns Technik-Gläubige oft enttäuschen. Früher habe ich mich ab und zu selbst enttäuscht, wenn ich durch falsches Lesen der Landkarte den richtigen Weg verfehlte.

Ein geografisches Ziel zu verfehlen ist unangenehm, lässt sich aber immer wieder korrigieren. Wie ist es jedoch mit meinen Lebenszielen? Habe ich überhaupt die richtigen Ziele ins Auge gefasst? Wie lassen sie sich verwirklichen? Welche Teilziele und Schritte muss ich dabei berücksichtigen? Fragen über Fragen, die sich mir stellen, und besonders junge Menschen, deren Leben noch vor ihnen liegt, sind die Betroffenen. Ein „Navi“ für Lebensplanung wäre da nicht schlecht, aber so eines gibt es ja leider nicht. Oder doch?

Ich habe da so mein eigenes Navigationssystem, das mir hilft, mich in meinem Leben zurecht zu finden. Ich lasse mich leiten von dem, der uns sagt: „Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du gehen sollst; ich will dir raten, mein Auge ist über dir.“ (Psalm 32,8) Manchmal redet Gott durch andere Menschen, ab und zu durch sein Wort in der Bibel, ich erlebe es in der Stille, dass ER in meinen Gedanken lebendig wird. ER hat viele Mittel und Wege, zu mir zu reden.

Bisweilen sind es auch falsche Wege, die ER mich gehen lässt, um mir zu zeigen, dass ich mich verirrt habe, wie jene Missionarin, die in einer Leprastation die Wege glatt betonieren ließ, weil bei Regen und Matsch die Wege für die Kranken unbegehbar waren. Die Verantwortlichen rauten den Beton jedoch wieder auf, und als sie verwundert nachfragte, teilte man ihr mit, dass die Menschen mit den verwundeten Füßen rauen Beton brauchten, um mit ihren Stöcken Halt zu finden. Die Frage, die sie sich daraufhin stellte, war die: Lässt Gott uns in unserem Leben raue und häufig unebene Wege gehen, um zu uns zu reden, um uns auf Dinge aufmerksam zu machen, die uns entgangen wären? Wie auch immer: Gott redet zu jedem, der sich auf IHN einlässt. Sein Wort ist zuverlässiger als so manches „Navi“, so sagt es auch Psalm 119: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“

Uwe Bachmann

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