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23.09.2019

Moment mal...


Alle drei Monate verfasst unser Gemeindemitglied Uwe Bachmann sein „Moment mal...“, das eine feste Rubrik im Gemeindebrief ist.



Durchkreuzt
Der Mensch denkt – und Gott lenkt, so lautet eine sehr bekannte Redewendung, und sie besagt, dass wir Menschen sehr häufig so unsere Pläne schmieden, unser Leben durchplanen, unsere Zeit verplanen und alles so schön nach unseren Vorstellungen ordnen. Aber dann kommt alles anders, als wir dachten. Eine Krankheit lässt unsere Urlaubsplanung platzen, ein finanzieller Engpass verhindert, dass wir ein neues Auto kaufen können, ein Unfall beendet eine Sportkarriere. Jeder von uns könnte etliche Beispiele hinzufügen. Viele Menschen meinen dann: „Das Schicksal hat es so bestimmt.“

Als Christ weiß ich aber: Gott hat es so gewollt. Er hat mir Türen verschlossen, durch die ich nicht gehen soll. Das kann manchmal sehr frustrierend und ärgerlich sein – vor allem dann, wenn ich mir persönlich alles doch so schön ausgemalt habe. Und so mancher gläubige Mensch hat gefragt: „Herr, was soll das?“, oder geklagt: „Gott, ich verstehe dich nicht.“ Kennen Sie das?

Letztens fiel mir die Geschichte des englischen Malers Thornbill in die Hände, der den Auftrag hatte, die Kuppel der Londoner St. Paul's Cathedral auszumalen. Nach etlichen Monaten hatte er seine Arbeit beendet und wollte in aller Ruhe noch einmal sein Werk betrachten. Den Blick nach oben gerichtet, bewegte er sich Schritt für Schritt rückwärts auf dem viele Meter hohen Gerüst und merkte gar nicht, dass er fast den Rand erreicht hatte. Noch ein oder zwei Schritte und er würde abstürzen und diesen Sturz nicht überleben. Einer seiner Gehilfen sah das, griff, weil keine Zeit zum Reden mehr war, nach seinem Pinsel und zog einen langen Strich über das Kunstwerk. Der Meister schrie laut auf und stürzte auf den Mann zu, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Sein Zorn wandelte sich aber in Dankbarkeit, als er erkannte, dass der Andere ihm das Leben gerettet hatte.

So macht Gott uns auch so manchen Strich durch unsere vermeintlichen Kunstwerke und lässt sie nicht gelingen, weil sie uns schaden würden. Er durchkreuzt unsere Pläne. Und am Kreuz hat Jesus in Gottes Auftrag die Pläne des Teufels durchkreuzt, damit der uns nicht mehr schaden kann. Gott ist immer für uns, das hat auch der Psalmbeter erkannt, der sagt: „Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du uns beweisest.“ (Psalm 40,6)

Uwe Bachmann
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