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23.07.2019

Moment mal...


Den Mund auftun
Ist Ihnen der Name Dr. Korczak schon einmal begegnet? Wohl nicht. Ich jedenfalls konnte, als ich von ihm las, nichts mit seinem Namen anfanfen und forschte im Internet nach ihm. Janusz Korczak, der eigentlich Henryk Goldszmit hieß, war ein polnischer Arzt, Kinderbuchautor und Pädagoge. Er hatte in den 30er Jahren ein Kinderheim in Warschau gegründet, in dem sich 1942 etwa 200 jüdische Kinder befanden. Am 5. August in dem Jahr rückte die SS an und wollte die Kinder abholen und sie in das Vernichtungslager Treblinka bringen. Korczak sollte verschont bleiben und wurde aufgefordert zu gehen. Aber darauf ließ er sich nicht ein, sondern sagte mit fester Stimme: „Nein, ich gehe nicht, ich bleibe bei meinen Kindern.“ An diesem Tag wurde sein Lebenswerk zerstört, und er selbst wurde ebenfalls getötet. Er blieb sich selbst und seiner Lebenseinstellung treu. Das verdient unsere Bewunderung und unseren Respekt.

Aber mal ganz ehrlich: Ich kann dabei nicht stehen bleiben. Nur bis zum Staunen zu kommen, das ist ja wohl etwas billig. Das, was er getan hat, will und soll mich ja auch herausfordern, im Bereich meiner Möglichkeiten ähnlich konsequent zu handeln. Wo muss ich den Mund auftun, um Ungerechtigkeiten anzuprangern, wo bin ich gefordert zu helfen, zu spenden, mich einzubringen, um Schwachen, Hilflosen, Armen ohne Lobby, Opfern von Willkür und Oberflächlichkeit, den Stummen und Rechtlosen zu helfen?

Die Bibel, also Gottes Wort, ist da ganz eindeutig: „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“ (Sprüche 31,8)

Das ist ein Auftrag, der von Gott persönlich kommt. Und wenn ich auf Jesus Christus sehe, der durch seinen aufopfernden Einsatz gerede für die Menschen am Rande der Gesellschaft gekämpft und für uns alle am Kreuz sein Leben hingegeben hat, um uns ewiges Leben zu ermöglichen, dann habe ich doch keine andere Wahl - Oder?

Uwe Bachmann
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