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19.11.2017

Moment mal...


Alle drei Monate verfasst unser Gemeindemitglied Uwe Bachmann sein "Moment mal...", das eine feste Rubrik im Gemeindebrief ist.

Glaube, Hoffnung, Liebe
Vor einiger Zeit traf ich in der Stadt einen Bekannten aus früheren Tagen wieder, und wir tauschten Erinnerungen und auch Neuigkeiten aus. Als ich nach dem Ergehen seiner Frau fragte, verdunkelte sich sein Gesicht, und er sagte: „Du, wir sind nicht mehr zusammen, wir haben uns vor mehr als einem Jahr getrennt.“ Er sah wohl mein fragendes Gesicht und ergänzte dann: „Ja, ich weiß, es war die große Liebe, aber dann - ja, dann hat selbst unser Trauspruch nicht mehr geholfen, na, der mit Glaube, Hoffnung, Liebe.“

Als wir uns nach einer Weile getrennt hatten, musste ich immer wieder an diesen Vers aus dem 1. Korintherbrief, Kapitel 13, der Bibel denken: Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Wie viele Paare haben diesen Vers schon als Trauspruch gewählt - und das aus einleuchtendem Grund. Sie möchten, dass die Liebe, die sie verbindet, ewig halten soll, dass sie als ein ewiges Bindeglied sie zusammenhalten soll.

Aber dann kommt der Alltag und vertreibt mehr und mehr die rosaroten Farben der ersten Liebe. Er bringt Sorgen mit sich, gesundheitliche, finanzielle, berufliche und noch andere. Der Alltag bringt es mit sich, dass sich auch in der besten Ehe Gewöhnung einschleicht. Und ehe man sich versieht, macht sich Enttäuschung breit. Aber wie konnte das denn geschehen, die Liebe stand doch über allem, und nach der Aussage der Bibel ist sie doch die größte?

Mal abgesehen, dass der Apostel Paulus, von dem dieser Brief stammt, diesen Vers gar nicht für Liebespaare und angehende Ehepaare geschrieben hat, sondern den Menschen damals und uns heute deutlich machen wollte, dass ein Leben in seiner Gesamtheit nur gelingen kann, wenn wir es in Liebe leben, in Liebe zu Gott, in Liebe zu den Mitmenschen und auch in der Liebe zu uns selbst, übersehen wir gerne etwas Anderes. Er schreibt nicht nur über die Liebe, sondern er beschreibt einen Dreiklang: Glaube, Hoffnung, Liebe. Diese drei Dinge bilden einen Vollton, der wohlklingend ist. Zu einer gelingende Ehe möchte auch Gott beitragen und uns im Glauben durch das gemeinsame Leben führen. Er möchte uns Hoffnung geben, dass das wirklich gelingen kann. Und die Liebe hat, wie gesagt, drei Ebenen: zu Gott, zum Nächsten, zu uns selbst. Das vergessen wir leicht.

Ob es daran liegt, dass viele Ehen scheitern, selbst mit dem Trauspruch aus dem ersten Korintherbrief?

Uwe Bachmann

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