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19.11.2017

Moment mal...


Alle drei Monate verfasst unser Gemeindemitglied Uwe Bachmann sein "Moment mal...", das eine feste Rubrik im Gemeindebrief ist.

Stille
Wir waren mit einer Abschlussklasse in der Jugendherberge „Torfhaus“ im Harz. Schon am zweiten Tag begannen einige der Teenies zu meutern: „Hier ist ja gar nichts los, keine Disco, keine Party, nichts! Öder Laden! Was sollen wir eigentlich hier?“ In der Tat, dort oben bei gut 700 Meter Höhe mit freiem Blick auf den „Brocken“ wurden abends die „Bürgersteige hoch geklappt“, wie man so sagt. Dafür sah man dann die meisten Schüler mit Kopfhörern in oder auf den Ohren, sie ließen sich, sobald es erlaubt war, mit Musik berieseln. Stille zu ertragen, das fiel ihnen sehr schwer.

Aber ist das nicht ein „Leiden“, das uns fast alle betrifft? Die Stille ist ein unerträgliches Problem und sehr viele Menschen sind auf einer Art Dauerflucht vor ihr. Es scheint so toll zu sein, wenn immer „Action“ ist. Wir kennen sicherlich fast alle Menschen, die den ganzen Tag über den Fernseher oder ein Radio in Betrieb haben, nur um der Stille zu entgehen. Und wenn wir ehrlich sind, dann sind wir selbst als Kinder unserer Zeit auch davon „infiziert“. Dabei bietet die Stille für jeden von uns ungeahnte Möglichkeiten über uns selbst, über den Sinn des Lebens oder über unser Verhältnis zu Gott, aber auch zu unserer Umwelt nachzudenken. Da können wir viel über uns selbst erfahren, wenn endlich einmal die laute, alles übertönende Begleitmusik unseres Lebens schweigen muss. Sie ist es, die uns letztlich kaputt macht, nicht die Stille, wie manche es vermuten.

Christen sprechen von einer „Stillen Zeit“, die sie an jedem Tag verbindlich halten. Da wird z. B. Gottes Wort gelesen oder ein Liedtext, vielleicht sogar gesungen, das Gespräch mit Gott nimmt Raum ein, aber Gespräch heißt dann ja auch, dass ich Gott Raum und Zeit geben muss, zu mir zu reden. Und dazu braucht es Stille. Und die kann man lernen wie ein Trainingsprogramm: mit einer kurzen Zeit beginnen, die man dann von Woche zu Woche im Minutentakt erweitert. „Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein“, sagt die Bibel. Gott möchte, dass dein und mein Leben gelingt und deswegen will er sich auch einmischen. Das geht aber nur, wenn ich IHN zu mir reden lasse - in der Stille. Versuchen wir es doch einmal! Gott segne jeden, der den Mut dazu aufbringt!

Uwe Bachmann

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