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19.11.2017

Moment mal...


Alle drei Monate verfasst unser Gemeindemitglied Uwe Bachmann sein "Moment mal...", das eine feste Rubrik im Gemeindebrief ist.

Ausgeliefert?
Vor einigen Tagen fiel mir mal wieder ein kleines Büchlein in die Hände, in dem Fabeln und Kurzgeschichten von Franz Kafka enthalten sind, und ich blieb hängen bei der Fabel von der Katze und der Maus. Die Maus ist auf der Flucht vor der Katze und läuft in eine Gasse hinein. Bald darauf stellt sie fest, dass die Wände der Gasse nach vorn immer enger werden und aufeinander zulaufen. Es gibt kein Entrinnen mehr für sie. Verzweifelt erkennt sie ihre Lage und resigniert. Die Katze ruft ihr zu: „Du musst nur die Laufrichtung ändern.“ Und dann fraß sie ihr Opfer.

Ist das unser Weltbild als Antwort auf alle ungeklärten Fragen und Probleme und Sorgen dieser Welt? Einfach resignieren und sich willig einem blinden Schicksal hingeben? Das Weltbild, das Kafka uns liefert, ist ein tragisches: Du kannst tun oder lassen in deinem Leben was du willst, das Ergebnis ist immer ein negatives. Kann man so leben oder endet so ein Leben in Mutlosigkeit, Drogen- bzw. Alkoholkonsum, vielleicht sogar Selbstmord? Sind die meisten Menschen einem blinden Schicksal ausgeliefert?

Als Christ sehe ich das anders. Mir fallen die Israeliten ein, die aus Ägypten geflohen, aber dann vom Pharao und seinem Heer verfolgt wurden. Da befanden sie sich am Schilfmeer, vor sich das Wasser, hinter sich das riesige Heer. Aussichtslos, sie waren ungeübt in der Kriegskunst, hatten keine Waffen, waren wehrlos. Sie hatten nichts, das sie hätten tun können. Aber – sie hatten Gott, und der konnte und ER kann noch immer. Damals ebnete ER den Weg durch das Meer und vernichtete die Feinde Israels.

Und heute ist ER nach wie vor der mächtige Gott, der helfen kann und will. „In der Welt, da habt ihr Angst“, sagt uns sein Wort. Gott kennt unsere Ängste, unsere Hilf- und Mutlosigkeit und unser Verzagen. Und deswegen sagt ER uns: „Ich habe die Welt überwunden“ und „ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ Angst zu haben und sich zu fürchten, das ist normal und manchmal sogar lebenswichtig, aber ebenso wichtig ist es, dem zu vertrauen, der sagte: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jesaja 43,1)

Uwe Bachmann

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