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19.11.2017

Moment mal...


Alle drei Monate verfasst unser Gemeindemitglied Uwe Bachmann sein "Moment mal...", das eine feste Rubrik im Gemeindebrief ist.

Krafttraining
Zugegeben: Ich bin ein leidensscheuer Mensch. Ich mag es gern, wenn alles so seinen Gang geht, ohne dass große Schwierigkeiten auftreten oder ich bei der Ausführung meiner Pläne Hindernisse überwinden muss. Das ist wie mit dem Radfahren: Am besten sind die ebenen Strecken, die keinen großen Kraftaufwand erfordern, dazu vielleicht noch ein wenig Rückenwind, und wenn das sogar noch ein wenig auf abschüssiger Strecke geschieht, ist es fast ideal.

Stimmt das wirklich? Vor einiger Zeit wurde ich stutzig. Ich las einen Vers aus Psalm 119. Da schreibt der Psalmbeter: „Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich: nun aber halte ich dein Wort.“ (Vers 67) Freut sich da doch tatsächlich jemand darüber, dass Gott ihn schwierige Wegstrecken führt und ist noch dankbar dafür? In der Tat! Er hatte sich verirrt, verlaufen, war seinen Weg ohne Gott gegangen und hatte seinen Schöpfer aus den Augen verloren. Aber der gab ihn nicht verloren, sondern „arbeitete“ an ihm, indem er ihm Hindernisse in den Weg stellte. Das brachte den Verirrten zurück auf den richtigen Weg und dafür ist er dankbar.

Und wo finde ich mich da wieder? Die Erfahrung lehrt mich: Wenn alles gut und „glatt“ läuft und ich mich erfolgreich weiß, verliere ich Gott sehr schnell aus meinem Blickfeld. Das geschieht nicht willentlich, schleicht sich aber mehr und mehr ein. Die „Leitplanken“ für meinen Lebensweg, Gottes Wort und seine Gebote, sind nicht mehr so wichtig, es funktioniert ja alles gut. Zum Glück greift Gott in solchen Situationen ein und verschreibt mir ein Krafttraining.

Um im Bild des Radfahrens zu bleiben: Er schickt mir Gegenwind, Bergauffahrten oder schwierige Wege in Form von Sand- oder Schotterstrecken. Wie schon gesagt: Ich mag sie nicht, aber sie sind wichtig. Kritik, Misslingen, Umwege, Hindernisse sind wie Übungen beim Krafttraining, sie stärken und machen uns lebenstüchtig.

Mose wurde über Jahrzehnte von Gott erzogen, ehe er tüchtig wurde, das Volk Gottes zu leiten, ebenso musste sich das Volk Gottes Jahrzehnte in der Wüste einem Krafttraining unterziehen, bevor es ins gelobte Land kam. Die Liste derer, die in der Bibel auf diese Weise erzogen wurden, ist lang. Am Ende dieser Liste stehe vorerst ich – oder sind Sie jetzt an der Reihe?

Keine Sorge, es geschieht nur zu unserem Besten! Die Lateiner hatten ein Wort für solche Wege: per aspera ad astra; frei übersetzt: Der Weg zu den Sternen ist steinig.

Uwe Bachmann


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