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20.11.2019

Moment mal...


Justitia (von Martin Moritz  / pixelio.de)
Vor einiger Zeit stand ich vor der Aufgabe, den Tod Jesu Christi am Kreuz, stellvertretend für uns, erklären zu sollen. Zugegeben: eine nicht ganz einfach Aufgabe, am besten zu lösen durch ein „Bild“.

Da fiel mir ein Ereignis ein, das vor vielen Jahren in der Zeitung erwähnt wurde. Vor dem Richter eines Amtsgerichts stand ein Mann, der wegen Betruges angeklagt worden war. Eine alltägliche Begebenheit – eigentlich. Nicht aber hier, denn beide, Richter und Angeklagter, kannten sich, weil sie vor etlichen Jahren in derselben Schule gewesen waren. Beide ließen jedoch nicht erkennen, dass sie sich dieser Tatsache bewusst waren. Am Ende des Prozesses verurteilte der Richter den Mann zu einer Geldstrafe, ersatzweise zu einer mehrmonatigen Haftstrafe. Der Verurteilte musste bekennen, dass er nicht in der Lage war, die Summe aufzubringen; er hatte also eine Haftstrafe anzutreten. Da geschah etwas, das alle Anwesenden in Erstaunen versetzte. Bevor er die Anordnung der Haftstrafe verkündigte, zog der Richter seine Robe aus, kam hinter dem Richtertisch hervor, begab sich zu dem Gerichtsschreiber, zog seine Brieftasche hervor, schrieb einen Scheck aus, gab ihm dem Schreiber und sagte dann: „Halten Sie bitte im Protokoll fest, dass der Angeklagte, die erforderliche Summe bezahlt hat. Er ist auf freien Fuß zu setzen.“

Diese Geschichte erzählte ich meinem Gegenüber und erklärte ihm daran das stellvertretende Opfer Jesu für jeden von uns. Vor Gott sind wir alle schuldig, keiner kann sagen, dass er noch nie die Gebote Gottes übertreten hat. Wie oft bleiben wir ihm die Liebe schuldig, die wir ihm und unseren Mitmenschen gegenüber haben sollten. Der Apostel Paulus schrieb einmal: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer.“ Und das Wort „gerecht“ meint hier sündlos. Wir können uns nicht selbst ent-schuldigen, wir sind auf Gottes Vergebung angewiesen. Und die geschah am Kreuz, auf dem Hügel Golgatha. Da stellte Jesus, stellvertretend für uns, diesen „Scheck“ aus, der uns von Schuld befreit – bis auf den heutigen Tag. Und sein Motiv? Liebe. Der Apostel Johannes beschreibt das so: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16)

Uwe Bachmann


Foto: Martin Moritz / pixelio.de
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