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19.11.2017

Moment mal...


Alle drei Monate verfasst unser Gemeindemitglied Uwe Bachmann sein "Moment mal...", das eine feste Rubrik im Gemeindebrief ist.

Liebesbeweise
Verfassen eines Briefes (von wandersmann  / pixelio.de)
Was unternehmen wir Menschen nicht alles, um anderen Menschen unsere Liebe zu beweisen? Besonders originell war sicherlich der längste Liebesbrief, der im Jahr 1875 in Paris geschrieben wurde. Der Kunstmaler Leclure schrieb ihn seiner Angebeteten. Er enthielt nur einen Satz: „Ich liebe dich.“ Aber diesen Satz hatte er 1.875.000-mal nacheinander aufgeschrieben; und daran mag er wohl ein gutes Jahr geschrieben haben.

Gottes Liebesbrief an dich und mich und uns alle ist wesentlich länger und besteht auch nicht nur aus einem Satz: die Bibel. Es ist eigentlich eine Liebesgeschichte, aufregend, manchmal traurig, aber auch berührend, mit Höhen und Tiefen, mit Verrat und Untreue, voll von Lieblosigkeiten – aber dann auch immer wieder mit vielen Ansätzen, diese Liebe neu zu beleben, die Liebesglut neu zu entfachen. Wir Menschen sind es, die unser Gott so tief liebt, die IHN aber immer wieder enttäuschen, SEINE Liebe mit Füßen treten, IHN vergessen, anderen Göttern nachlaufen, die SEINE Liebe aber nie zerstören können. Im Gegenteil: Unserer Eigenliebe, also unserem Egoismus, setzt Gott seine Retterliebe entgegen. ER verlangt von uns keine Liebesbeweise, um uns zu lieben oder uns aus unserer Verlorenheit herauszuholen. So würden Menschen reagieren und Liebesbeweise verlangen. Gott handelt. Der Apostel Paulus bringt es auf den Punkt: „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5,8)

Sünde ist Trennung von Gott, und gerade unsere Lieblosigkeiten trennen uns von Gott. Diese Trennung kann nur einer vergebend aufheben, und das tut dieser eine auch: Gott selbst schafft es, indem ER selbst die Strafe dafür trägt – am Kreuz. Gott sagt nicht: „Bessert euch erst einmal, dann habe ich euch wieder lieb.“ Nein, Gott liebt und handelt und hofft, dass wir seine Liebe erkennen und annehmen. Denn ER hat regelrecht „Liebeskummer“, wenn wir Menschen seinen Liebesbeweis ausschlagen und an dem Geschenk der Vergebung achtlos vorüber gehen. Von Gottes Liebe ist keiner ausgeschlossen.

Uwe Bachmann


Foto: wandersmann / pixelio.de

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