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23.09.2019

Moment mal...


Kreuz auf einem Friedhof
Auf Beerdigungen hört man am offenen Grab häufig die Bitte: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“ (Psalm 90.12). Das ist ein Satz, den viele Menschen nicht gerne hören mögen, zumal er uns alle in die Nähe des Sterbens rückt und uns deutlich macht: Jeder von uns ist sterblich. Nur wird der Tod aus unserem Leben oft ausgeklammert.

Die Älteren unter uns, besonders wenn sie auf dem Land gelebt haben, kennen das noch: Tote aus der eigenen Familie wurden bis zur Beerdigung im Hause aufgebahrt. Der Tod gehört(e) wie selbstverständlich zum Leben dazu, das wurde dadurch deutlich. Die Gedanken an den Tod und das Sterben verdrängen wir häufig, besonders, wenn wir jung sind.

Mir kommt eine Religionsstunde mit meinem 9. Schuljahr in Erinnerung, als das Thema „Sterben“ besprochen wurde und ich sagte, wir sollten alle darauf vorbereitet sein. Einer meiner Schüler antwortete mir: „Ja, Sie in Ihrem Alter, aber wir doch noch nicht – wir sind doch noch jung.“ Ich war damals noch nicht einmal fünfzig Jahre alt, beschloss aber erst einmal, nicht darauf zu antworten. Zu Hause griff ich in eine bestimmte Mappe in einer Schublade, darin lagen drei Todesanzeigen ehemaliger Schüler, die bei Unfällen ums Leben gekommen waren, und eine davon nahm ich mir heraus, kopierte für jeden Schüler ein Exemplar, und am Anfang der nächsten Religionsstunde ging ich durch die Klasse, verteilte die Blätter und schwieg. Betretenes Schweigen auch in der Klasse. Aber dann kam so langsam ein wirklich gutes Gespräch in Gang. Eine Schülerin konnte sich sogar noch daran erinnern, dass bei ihr zu Hause über den tödlichen Unfall gesprochen worden war.

Meine persönliche Meinung ist, dass wir uns selbst nur Leid zufügen, wenn wir dieses Thema aus unserem Leben ausklammern. Wir werden immer wieder daran erinnert, dass wir sterben müssen. Wenn wir uns damit vertraut machen und uns dem Thema stellen, kann der Tod uns nicht überraschen. Und übrigens: Als Christ weiß ich, dass es nach dem Tod weiter geht – in Gottes Ewigkeit. Und dort ist alles das vorbei, was uns in diesem irdischen Leben Sorgen, Not und Angst bereitet. Als Christ bin vorbereitet auf den „Heimgang“ und deswegen klug, wie Gottes Wort es sagt (s.o.).

Uwe Bachmann
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