wicherngemeinde

neumünster
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16.06.2019

Moment mal...


SOS
Vor einiger Zeit hatte ich vor den Kids vom Abenteuerland einen Vortrag zu halten über die Entstehung der Wicherngemeinde.

Die Gemeindegründung ist aber nur zu verstehen, wenn man sich mit den Menschen auseinandersetzt, die als Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg nach Neumünster kamen und jahrelang in den Lagern leben mussten, die links und rechts der Ehndorfer Straße gebaut wurden. Nach dem Verlust der Heimat und ihres ganzen Besitzes mussten sie unter sehr primitiven Bedingungen in Baracken und Nissenhütten hausen. Es fehlte an vielen Dingen: Kleidung, Nahrung, Heizmaterial und Hygiene. Aber irgendwie schafften es die meisten von ihnen, vor allem auch mit Zusammenhalt und gegenseitiger Hilfe. In dieser Not suchten die Menschen Hilfe – und sie fanden sie: bei Gott.

IHM konnten sie ihre Not, ihre Verzweiflung, ihre Sorgen, alle Trauer und alle Tränen hinlegen, ja, manchmal auch herausschreien. Und es tat gut, das unter Gleichgesinnten tun zu dürfen. Sie trafen sich zum Gottesdienst, zum Beten, zur Bibelstunde in einer eigens dafür aufgestellten Baracke. Im Winter brachte man sogar Heizmaterial mit, um Gottesdienst feiern zu können und dort Trost finden zu dürfen. Die Gemeinschaft der Gläubigen untereinander und die Gemeinschaft mit Gott halfen über vieles hinweg und durch manche Schwierigkeit hindurch. So mancher ließ sich einladen und empfing den Trost und die Geborgenheit, die nur Gott geben kann.

Als ich mich auf den Vortrag vorbereitete, kam ich mir vor, als würde ich in eine fremde Welt versetzt, dabei ist es doch nur gut sieben Jahrzehnte her. Heute sieht es anders aus. Trotz mancher erkennbarer Not geht es uns gut. Wir haben ein Dach über dem Kopf, haben zu essen und zu trinken, sind in der Regel sozial abgesichert. Und Gott? Brauchen wir IHN? Wozu beten, es geht uns doch gut? Lade ich jemanden zum Gottesdienst ein, erhalte ich meistens eine Absage, ernte ein bedauerndes Lächeln. Manchmal lässt sich doch jemand einladen, der sich in persönlicher Not befindet, aber wenn die vergangen ist, dann ist Gott schon wieder vergessen. Muss Gott uns erst wieder in große Not kommen lassen, damit wir ihm begegnen möchten?

Uwe Bachmann
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