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24.03.2019

Moment mal...


Kerze
Wenn die Adventzeit beginnt, muss ich häufig an Omas „gute“ Kerze denken. Oma hatte so einige „gute“ Dinge: die „gute“ Stube, das „gute“ Geschirr; und sie alle hatten etwas gemeinsam: Sie wurden, wenn überhaupt, an Feiertagen gebraucht. Meine Großmutter hatte diese besondere Kerze mit einem Goldmuster irgendwann einmal geschenkt bekommen, und seit dieser Zeit stand sie im Seitenfach ihres Schranks und verstaubte vor sich hin. Alle Versuche, Oma zu veranlassen, diese Kerze einmal brennen zu lassen, wurden abgetan mit der Bemerkung: „Dafür ist sie viel zu schade. Wenn sie erst einmal brennt, ist sie bald weg.“ So verging ein Jahr nach dem anderen. Die Kerze wurde immer unansehnlicher.

Viele Jahre später, in der Adventzeit, steckte meine Großmutter wieder einmal ihre rote Adventschale mit Fichtenzweigen aus, und da unternahm ich einen erneuten Versuch und schlug ihr vor, ihre „gute“ Kerze in die Mitte zu stellen. Zu meinem Erstaunen willigte sie gleich ein, und auf die Bemerkung, dann müsse sie aber auch brennen, lächelte sie nur geheimnisvoll. Bei unserer Verabschiedung lud sie meine Eltern und mich zum nächsten Sonntag zum Adventskaffee ein. Als wir dann bei ihr ankamen, war der Tisch gedeckt, es duftete nach Kaffee und Stollen, und auf dem Tisch, in der Mitte, stand die Adventschale mit Omas „guter“ Kerze, brennend. Wir saßen um den Tisch und um die Kerze herum, genossen die guten Gaben, aber auch das warme, flackernde Licht, das irgendwie mein Herz erfreute. Ich begriff: Es ist die Aufgabe der Kerze, Licht zu spenden, Wärme zu schenken, aber darüber hinaus schenkt sie auch Freude, die von innen kommt.

Aber Omas „gute“ Kerze erinnert mich nicht nur daran. Heute denke ich in der Adventzeit weiter: Advent, das ist Ankunft, erinnert mich auch, dass die Ankunft des Lichtes der Welt angekündigt wird: Jesus. ER kam als Licht in die Finsternis dieser Welt, um sie zu erhellen und zu erwärmen. Wie die Kerze hat er sich verzehrt, hat Licht und Wärme in Form von Liebe und Vergebung geschenkt und hat sich für uns hingegeben. Aber das geschah am Karfreitag. Lasst uns erst einmal seine Ankunft feiern und auf das und über das Licht freuen, das zu Weihnachten kommen wird. Genießen wir die Lichter, die uns geschenkt sind.

Uwe Bachmann
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