wicherngemeinde

neumünster
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14.06.2021

Moment mal...


Spatz
Bei unseren Nachbarn ist ein kleiner halbflügger Spatz aus dem Nest gefallen. Kläglich piept der Kleine, und eine Etage höher, im Busch, piept aufgeregt die Spatzenmutter und versucht, das kleine Tier zu beruhigen und zu leiten. Die kleine Tochter der Nachbarn bemerkt das und will zu dem Spatzennachwuchs gehen; aber ihre Mutter hindert sie und erklärt ihr, dass sich die Spätzin schon um ihr Kleines kümmern wird. Die Situation ist geklärt, und die Natur nimmt ihren Lauf. Wir können nur hoffen, dass keine Katze auf das Spatzenjunge aufmerksam wird.

Was kann es Schlimmeres für ein Vogeljunges geben, als aus dem Nest zu fallen, die Nähe der Mutter und die Nestwärme zu verlieren? Aber gibt es nicht genug junge Menschen, die aus dem „Nest“ gefallen sind und nie Nestwärme kennengelernt haben? Da gibt es Eltern, die zu beschäftigt sind, um ihre Kinder zu erziehen. Andere sind einfach unfähig, weil sie selbst nie erzogen wurden, einige leben in Abhängigkeiten von Alkohol und Drogen, und wenn wir an die vielen Millionen Menschen auf der Flucht denken, dann wissen wir, dass darunter Tausende von Waisen leben müssen. Ein Nest, ein Zuhause kennen sie alle nicht. Viele von ihnen sind kriminell, etliche leben auf der Straße und besorgen sich Geld durch Prostitution und Kriminalität. Wie kann ihnen geholfen werden, wenn überhaupt noch? Man kann und muss sich ihrer in Liebe annehmen und ihnen viel Liebe und Geduld schenken, auch wenn das oft über die Grenzen des Erträglichen hinaus geht. Unser Namensgeber der Wicherngemeinde, Johann Hinrich Wichern, hat das im „Rauhen Haus“ in Hamburg im 19. Jahrhundert getan und solchen Kindern ein neues Nest gegeben, in dem sie Nestwärme und Liebe empfingen. Andere Einrichtungen hatten es vorgemacht: die Düsseldorfer Anstalten, der Lutherhof in Weimar…

Und wenn dann solche Kinder, überwunden durch Liebe, auch noch die Liebe Gottes zu ihnen entdecken dürfen, dann dürfen wir mit Psalm 84 danken: „Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.“

Uwe Bachmann
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