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29.11.2022

Moment mal...


Mann mit einem Burger
Es gibt einen Vers in der Bibel, genauer: im Neuen Testament, ganz exakt: in der Bergpredigt Jesu, der mich, wenn ich ihn lese, an ein Ereignis erinnert, das wir auf der wunderschönen Insel Föhr erleben durften.

Wir waren mit einem 4. Schuljahr für eine Woche im Schullandheim untergebracht. Ich hatte die Kinder den ganzen Tag über ganz schön durch die Gegend gescheucht, zum Abschluss noch Völkerball gespielt – alles in der Hoffnung, die erste Nacht dort würde nicht so laut werden. Aber wer Kinder kennt, der weiß … Wir saßen am gedeckten Abendbrottisch, ich wollte das Abendbrot gerade freigeben, da sagte einer meiner Jungen ganz laut: „Mann, habe ich einen Hunger!“ Für eine kurze Weile war es still, dann antwortete eines der Mädchen: „Wenn du das jetzt bei uns zu Hause gesagt hättest, dann hätte mein Vater dir wohl geantwortet: ‚Du weißt doch gar nicht, was Hunger ist, du hast bestenfalls Appetit.‘ Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Ist mir doch egal, ich habe Hunger!“

An diese kurze Szene muss ich immer denken, wenn ich den folgenden Vers aus Matthäus 5,6 lese: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.“ Wer Gott kennt und mit Jesus im Alltag lebt, der weiß: Vor Gott ist keiner von uns gerecht. Denn gerecht sein heißt ja vor Gott „richtig“ zu sein, also so, wie Gott mich und uns haben möchte. Aber so bin ich nun mal nicht. Das erwartet Jesus auch gar nicht von mir, aber er erwartet den dringenden Wunsch, so zu werden. Dazu bedarf es aber dieses „Hungers“. Wir wissen ja gar nicht mehr, was eigentlich richtiger Hunger bedeutet, wir, die wir im Überfluss leben. Wenn wir uns die Bilder der hungernden Menschen in Afrika betrachten, dann ahnen wir: Die haben Hunger.

Solch einen (geistlichen) Hunger erwartet Gott von uns, wenn es um Richtigkeit vor IHM, also um Gerechtigkeit geht. Es geht um den verzehrenden Wunsch, (geistlich) satt zu werden. Dann gibt es die Belohnung: Sie sollen satt werden. Jesus hat uns gesättigt – am Kreuz, als er für uns dort starb und den Weg frei machte zu Gott, der die Gerechten, eigentlich: die gerecht Gemachten, in die Gemeinschaft mit sich selbst einlädt.

Uwe Bachmann
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