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21.05.2019

Gemeinde: Freizeiten


Klagemauer mit Felsendom
„Auf den Spuren Jesu“, das war das Motto, unter dem wir das Gelobte Land im Frühlingsmonat April durchwandert haben. Die zehntägige Reise begann in Galiläa im Norden, führte uns den Jordan hinunter bis in die Salzwüste und weiter bis an den Rand der Negevwüste.

Die ersten Erkundungen machten wir im Nationalpark Korazim – Stätte einer archäologischen antiken Stadt aus schwarzem Basaltstein, die im Neuen Testament erwähnt wird –, ausgerechnet einer jener Orte, in denen Jesu Lehren auf taube Ohren stießen. Von hier aus hatten wir jedoch eine wunderschöne Aussicht über die sanften Hügel des nordwestlichen Teils vom See Genezareth. Weiter führte unser Weg zum Berg der Seligpreisungen. Eine schattenlose Wanderung durch unendliche Bananenplantagen. An diesem Berg hatten sich damals tausende von Anhängern versammelt, um der Bergpredigt Jesu zu lauschen, die mit den Seligpreisungen beginnt. Hier also hörte man IHM zu, im Gegensatz zu Korazim. Weitere Bibel-Stationen auf unserer Pilger-Wander-Reise: Kapernaum, wo ER lebte und wirkte, Wüste Juda durchs Wadi Qelt zum Georgskloster mitten im steilen Felsen, Jericho, die älteste Stadt der Welt, die auch heute noch als Stadt genutzt wird, Taufstelle Jesu am Jordan, wo wir einen kleinen Gottesdienst abhalten konnten, die Oase En Gedi in der Nähe des Toten Meeres, Lots Frau als Felsen in der Salzwüste. An diesem Ort sollen sich die Söhne Abrahams (Halbbrüder) in zwei Richtungen zerstreut haben. Isaak gründete den israelitischen Stamm, Ismael wurde der Stammvater der Muslime. In Bethlehem besuchten wir die Geburtsgrotte Jesu, denn anders, als wir glauben, soll ER nicht in einem Stall, sondern in einer Höhle geboren worden sein.

Am Ende unserer Reise verbrachten wir noch eineinhalb Tage in Jerusalem mit seinen lauten und quirligen, ruhigen und orthodoxen Plätzen und Winkeln, mit den jüdischen, christlichen und muslimischen Stadtvierteln, mit der berühmten Klagemauer und mit der Grabeskirche Jesu, die auf dem Berg Golgatha steht. Ein Teil des Felsens ragt in die Kirche hinein und ist von den Berührungen von Millionen von Menschen mittlerweile spiegelblank. Hier, an einer der bedeutendsten Kulturschätze Israels, einem UNESCO-Weltkulturerbe, endete unsere Reise auf Jesu Spuren. Es war wie eine Reise durch SEINE Biografie, durch SEIN Leben, durch SEINE Leiden, SEINE Freuden. Eine Reise voller Eindrücke und Geschichten, die erst einmal verdaut werden wollen.

All diese Stätten sind in der Bibel erwähnt und beschrieben; und zwar so beschrieben, dass wir es heute noch nachvollziehen können.

Ein berührendes Erlebnis am Rande: Am 9. April waren in Israel Wahlen. Unser Busfahrer (Palästinenser, Moslem mit israelischer Staatsbürgerschaft) und unser Guide (Amerikanierin, Jüdin mit israelischer Staatbürgerschaft) sind gemeinsam als Freunde wählen gegangen im Kibbuz des israelischen Staatengründers Ben Gurion. Das ist gelebter Frieden.

Was habe ich persönlich von der Reise mitgenommen?
Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie flüchtig Vorurteile sind. Das habe ich innerhalb unserer Reisegruppe erlebt, aber auch im Land Israel und Palästina, bei den Beduinen, auch in den Städten Jerusalem und Bethlehem. Darüber bin ich sehr glücklich.

Ich bin mit einem jungen syrischen Ehepaar befreundet, das gerade sein Studium abgeschlossen hat. Als ich von meiner Reise erzählte, fragten sie mich, ob ich wüsste, dass die Moslems und die Juden eigentlich Cousins seien? Ich konnte antworten: Ja, das weiß ich. Jetzt weiß ich es.
Beide wollen, sobald sie endlich die deutsche Staatsbürgerschaft haben, in ihr früheres Nachbarland Israel reisen, ihre „Cousins“ besuchen.

Anette Schwohl
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